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public viewing - intim im Team?
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"Public Viewing - Intim im Team?" Unter diesem Motto luden Pfarrer Fritz Breisacher und seine Mitarbeiter zum XXL-GottesEXTRAdienst ein, bei dem ein Blick durch das Schlüsselloch unserer Gesellschaft geworfen wurde.
28. März 2010. Geht es den Nachbarn etwas an, warum man erst spät abends nach Hause kommt? Geht es den Arbeitgeber etwas an, was der Mitarbeiter in seiner Freizeit macht? Und geht es den Staat etwas an, auf welchen Internet-Seiten der Bürger surft? Solche und ähnliche Fragen kamen in der gewohnt feinsinnigen "XXL-Weise" zur Sprache. So interpretierte die XXL-Band mit dem Oldie "I Heard It Through The Grapevine" das Phänomen der "Gerüchteküche", während mit dem 80er-Jahre-Song "True" das Thema "Wahrheit" zur Sprache kam.
Als Interviewgast konnte Moderator Jan Völkel
dieses Mal Thomas Richers begrüßen, seines Zeichens
Bezirksjugendreferent im Kirchenbezirk Baden-Baden/Rastatt, freiberuflicher
Webdesigner und leidenschaftliches Mitglied der Piraten-Partei. Richers bezog
Stellung zur zunehmend eingeschränkten Privatsphäre im Internet und
auch im öffentlichen Raum. E-Mails, so der Experte, seien beispielsweise
wie Postkarten: jeder könne sie mitlesen. Zwar würden diese im Alltag
- wie die Postkarten vom Postboten -- nicht zwangsläufig von Dritten
eingesehen, im Verdachtsfalle seien sie jedoch leicht zu kontrollieren. In der
gegenwärtigen Debatte über einen erhöhten Bedarf an
öffentlicher Überwachung in Bussen und Bahnen werden nach Ansicht von
Thomas Richers insbesondere junge Menschen zunehmend
"kriminalisiert". Aber auch wenn der Durchschnittsbürger in
einer Suchmaschine nur nach Informationen über politisch sensible Bereiche
suche, mache er sich per se schon verdächtig.
Die Informations- und Sensationsgier der Medien thematisierte der Chor "taktvoll" aus der Sicht eines Nachrichtensprechers mit dem Stück "Twenty Million People", bevor sich das Theaterteam dem "Wahnsinn" widmete, mit dem heute persönliche Daten von Menschen gesammelt und auf kleine Plastikkärtchen gebannt werden.
In seiner Ansprache erörterte Pfarrer Fritz Breisacher zum einen den Drang vieler Menschen, intimste Informationen über sich preiszugeben, zum anderen die grenzüberschreitende Datensammelwut unterschiedlichster Institutionen, die sich immer mehr in die Privatsphäre der Menschen bohren. Voyeurismus, so Breisacher, habe es schon in der Bibel gegeben: Adam und Eva, die auf den Baum mit den verbotenen Früchten starrten und davon nahmen, und nicht zuletzt die vielen "Gaffer", die auf Golgatha bei Jesu Kreuzigung zuschauten.
Mit "One Hand, One Heart" aus der West Side Story verabschiedete sich der Chor "taktvoll" und mit ihm leider auch sein Chorleiter Jochen Stuppi, bevor die XXL-Band zum Abschluss mit "Lean On Me" noch einmal musikalisch Mut zusprach.
Stärken konnten sich Team und Gottesdienstbesucher am Ende im bewährten XXL-BistroCafé, wo das Ehepaar Alberts schon mit Maultaschen und Pizza wartete. (Christa Rinklin)
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